3d Druck

3D Print: Eine Einführung

Filed under: 3d druck — admin @ 3:33 pm May 18, 2013

Seit den 80er Jahren ist der 3D-Printer in Entwicklung und erst in den letzten Jahren auch für alle Verbraucher zugänglich und vor allem attraktiv geworden. Ein Printer im Sinne von Papier ist es aber nicht mehr, viel mehr ähnelt das neue Gerät einer Baumaschine, die jedes beliebige Objekt nachbauen kann. Was man dafür tun muss, ist lediglich ein digitales Modell erstellen und den Auftrag an den Drucker weiterleiten. Ob Bauteil einer Rakete oder ein menschliches Ohr, der 3D-Printer ist ein Multitalent.

3d-druckGenutzt wird die Erfindung vorerst von Ingenieuren und Designern, die damit Modelle, Prototypen und mittlerweile sogar fertige Produkte anfertigen. Die Preise für 3D-Printer werden ebenfalls immer humaner: Bald kann jeder einen 3D-Printer neben sich am Schreibtisch stehen haben.

 

Um den Drucker zu bedienen, braucht man die Computer Aided Design – Daten, die das selbst erstellte Modell des gebrauchten Objektes beinhalten. Dieses Modell wird von der Software zerstückelt und schrittweise an den Drucker weitergegeben. Alle Teile werden währenddessen aneinander angereiht mit dem Prinzip des Additive Manufacturing bis letztendlich die gewünschte Form erreicht ist. Die Dauer eines solchen Auftrages ist je nach Aufwand, Material und Größe des Modelles variabel.

Allerdings unabhängig von der aufgewendeten Zeit ist das Ergebnis: Eine stabile, belastbare Anfertigung, die direkt zur Weiterverwendung geeignet ist.

 

Die Reichweite von 3D-Druckern reicht vom Mars bis zum Mond. Um einige Beispiele aufzuzählen ist die 3D-Druck Technologie in Bereichen wie der Möbel-, der Automobil- und der Raumfahrt-, der Lebensmittelindustrie und nicht zuletzt der Physik und der Medizin vertreten. An der Universität Wien wurde so ein Modell der Londoner Tower Bridge hergestellt, dessen Größe in einem Nanometerbereich kursiert – vergleichsweise die Breite eines Haares.

 

Der Fortschritt den die 3D-Industrie der Medizin bietet, ist nicht ermesslich. Außer der Möglichkeit komplizierte Modelle von Lungen u.ä. nachzubilden und die Forschung damit voranzutreiben gibt es auch praktische Möglichkeiten, die schon jetzt dank des 3D-Druck realisierbar geworden sind. So sind funktionierende Körperteile für Menschen, und perfekt passende Titan-Kieferprothesen schon Alltag geworden.

 

Für diejenigen, die an 3D-Druck in Deutschland interessiert sind, existieren die sogenannten FabLabs (Fabrication Laboratory) in Berlin, München und Bremen, in denen die Kunst der 3D-Drucks präsentiert und an Interessenten beigebracht wird. Wer 3D drucken lassen möchte, kann sich an ObjectPlot in Berlin wenden.

Einen 3D Drucker kann jeder einfache Konsument, in einfacher Form, im Internet für unter 1000 Euro erwerben. Wenn also in 10 Jahren, in jedem normalen Haushalt ein 3D Drucker stehen würde, kann es schnell das Ende der klassischen Massenproduktion bedeuten. Wer braucht große Laster die 10 000 Sessel in einen weit entfernten Einkaufscenter bringt, damit ein Konsument sich anschließend einen Sessel aussuchen kann, wenn der gleiche Konsument zuhause eine Datei herunterladen könnte und seinen 3D-Drucker zuhause arbeiten lassen könnte ohne aus dem Haus zu gehen? Man schont die Umwelt und der Alltag wird bequemer. Nachteile haben solche Veränderungen aber immer. Allein die klassische Fabrikindustrie stellt Millionen Arbeitnehmer an. Ein Verlust dieser Industrie bedeutet Arbeitslosigkeit. Auch weitere Risiken sind zu beachten: Die selbstgedruckten Produkte sind nicht TÜV-geprüft, also auch nicht sicher. Für Länder der Dritten Welt allerdings, wäre ein solches System die Rettung. Bereits jetzt gibt es einen 3D-Printer, der mittels Solarenergie und Sand Essens-Schalen und Töpfe drucken kann.